Rachel Joyce, Sommerhaus
übersetzt von Karl-Heinz Ebnet
Thiele Verlag
In ihrem neuen Roman nimmt uns Rachel Joyce, Autorin des Welterfolgs „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“, mit in den Piemont, an die malerische Küste des Lago d`Orla. Im Mittelpunkt stehen die vier erwachsenen Geschwister, die nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters im Sommerhaus der Familie zusammen kommen und sich ihrer Familiengeschichte stellen.
Vic Kemp, ein erfolgreicher Künstler, eröffnet seinen Kindern, dass er sich in die fünfzig Jahre jüngere Bella-Mae verliebt hat und sie heiraten wird. Seine Kinder sind entsetzt und sie haben Bella-Mae noch nicht einmal kennengelernt, da bekommen sie die Nachricht, das Vic im See, den er wie seine Westentasche kennt, ertrunken ist. Wie konnte das geschehen? Steckt Belle-Mae dahinter? Die Geschwister reisen ins Sommerhaus und treffen dort auf die mysteriöse und geheimnissvolle Witwe und deren Cousin Laszlo. Es gibt keine Zeugen, kein Testament und das letzte Bild, an dem Vic gearbeitet hat, ist auch verschwunden.
Die Geschwister haben viele Fragen, doch Bella-Mae gelingt es, den Fragen auszuweichen und ihrerseits Fragen zu stellen. So kommt die verborgene Familiengeschichte ans Licht. Die Mutter ist früh verstorben, der Vater ein exzentrischer Künstler mit Alkoholproblem, die Kinder verehren ihn, sie sind ein eingespieltes Team, jeder in der Familie hat eine feste Rolle. Doch nun beginnen sie, die Vergangenheit zu hinterfragen, es kommt zu Konflikten und Geheimnisse werden aufgedeckt. Stück für Stück wird deutlich, wie sehr alle von ihrem Vater geprägt wurden.
Dieses wunderschöne Buch ist für alle ein Leseerlebnis, die nicht nur einen leichten Sommerroman erwarten, sondern eine emotionale, spannende, konfliktreiche Familiengeschichte.
Petra Rieche [Juli 2026]






