Martina Clavadetscher, Der Schrecken der anderen
erschienen bei C.H. Beck
Im tiefsten Winter, mitten in den Schweizer Bergen, stolpert ein halbwüchsiger Junge beim Schlittschuhlaufen über ein Stück eingefrorene Jeanshose und macht eine grausige Entdeckung: Direkt unter dem Eis des Bergsees schwimmt ein Toter. Ermittlungen nimmt nicht nur die örtliche Polizei auf, sondern auch der kauzige Eigenbrötler Schilbig, angestachelt von Rosa, einer exzentrischen älteren Frau, die nach langen Jahren der Abwesenheit wieder in die Bergregion zurückgekehrt ist. Der duldsame Unternehmenserbe Kern versucht vergebens, sein Leben als sinnvoll zu empfinden. Seine Frau begegnet ihm mit freundlicher Abwesenheit, seine Karriere beruht einzig und allein auf seinem Erbestatus und auch im gesellschaftlichen Leben erreicht er nicht den Platz, der ihm seiner Meinung nach zusteht. Die bald hundertjährige Mutter, die in der heimischen Villa gepflegt wird, dominiert ihn noch immer und unternimmt alles, um den Sohn dazu zu bringen, einen Erben zu zeugen und die Familie zu erhalten. Doch warum ist ihr dies so wichtig? Woher haben die Kerns, ursprünglich eine Bauernfamilie, in den 40er Jahren so viel Geld anhäufen können, um ein großes Unternehmen zu gründen? Und was hat der Tote im See mit allem zu tun?
Martina Clavadetscher entfaltet in diesem großartigen Roman eine unglaubliche Geschichte in Form eines Kammerspiels in verschiedenen Konstellationen. Zurückhaltend und in vielen Andeutungen erzählt sie von Verrat und Schuld. Es fröstelt einem beim Lesen, nicht nur beim Erleben der menschlichen Kälte zwischen Mutter und Sohn Kern und dem historischen Hintergrund des Romans, sondern auch wegen der beschriebenen winterlichen und frühlingshaften Kühle der Landschaft.
Genau das richtige Buch für heiße Sommertage!
Ines Klisch [Juli 2025]



Mit dem Titel „Die unheimliche Süße der Erdbeeren“ legt der französische Autor Bill Francois sein zweites populärwissenschaftliches Werk im Beck Verlag vor. Bekannt ist er mir von seinem Buch über unheimliche Geschichten aus der Welt der Meere und Flüsse „Die Eloquenz der Sardine“. Nun befasst er sich mit der Speisekammer der Natur.
Marta und ihre Cousine Teresa wachsen gemeinsam im sozialistischen Ungarn in der Nähe des Balaton auf. Gemeinsam verbringen sie die unbeschwerten Sommer der Kindheit. Theresa geht in den 80er Jahren mit Ihrem Vater nach Ostberlin, denn er nimmt dort eine Stellung im diplomatischen Dienst an. Ohne Theresa fühlt sich Marta einsam, besonders weil ihre Mutter kurzerhand die Familie verlassen hat und Marta nun allein die Verantwortung für ihren alkoholkranken Vater hat.
erschienen bei dtv
Selbstversorgung ist eine Idee, hinter der mehr steckt als reiner Gemüseanbau. Zwischen Pragmatismus und Philosophie gibt es eine Menge gute Argumente für eine Hinwendung zu dieser Art der Gartenwirtschaft. Seit die Wohlstandsgesellschaft den Menschen ihr unfreundliches Gesicht zeigt, richtet sich der Fokus mehr auf das Konzept der Selbstversorgung. Obst und Gemüse, das um die halbe Welt gereist ist, Umweltverschmutzung und Pestizidbelastung sind nur einige der Beweggründe für ein Mehr an Selbstbestimmung hinsichtlich Lebensqualität. Längst hat der Selbstversorger den Ruf des Aussteigers hinter sich gelassen. Otmar Diez erklärt in diesem Buch die Grundlagen des biologischen Gärtnerns und beschreibt alle Arbeitsschritte bis hin zum Ernten und Verwerten.