Svenja Leiber, Nelka
erschienen im Suhrkamp Verlag
Die in Hamburg geborene Svenja Leiber (Jahrgang 1975) beschreibt in ihrem Roman das Schicksal von Zwangsarbeiterinnen aus Osteuropa während der Nazizeit.
Nelka, eine junge Ukrainerin, wird auf offener Straße von deutschen Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen weiteren Mädchen nach Norddeutschland verschleppt. Dort muss sie als Zwangsarbeiterin auf einem Gutshof schuften, anfangs auf den Feldern und im Stall, später holt sie der Gutsverwalter Marten als Bedienstete ins Gutshaus. Er ist von dem jungen stillen Mädchen fasziniert und möchte sie gern in seiner Nähe haben. Ihre Kenntnisse über die Apfelveredelung, die sie von ihrem Vater gelernt hat, der 1941 nach dem Einmarsch deutscher Soldaten erschossen wurde, machte sich Marten zu Nutze und später machte er mit seinem Apfelhof ein Vermögen. Nach über fünf Jahrzehnten kehrt Nelka auf den Hof zurück um ihrem Peiniger von damals nochmal in die Augen zu schauen.
Mit klarer, kompromissloser Sprache schildert Svenja Leiber berührend, wie Männer und Frauen in der deutschen Fremde schuften mussten, gequält wurden und auch starben, wie die Deutschen die Gefangenen wie selbstverständlich als Sklaven behandelten. Leiber berichtet von den fürchterlichen Zuständen in den Zügen, in denen die Aufgegriffenen transportiert wurden, von den Zuständen auf den Höfen, wo sie in Schuppen und Ställen schlafen mussten. Und sie erzählt von Freundschaften und Zusammenhalt in dieser schwierigen Zeit.
Es wird heute angenommen, dass rund zwei Millionen Menschen für das nationalsozialistische Deutschland Zwangsarbeit leisten mussten. Ohne die von ihnen geleistete schwerste und oft tödliche Arbeit wäre sowohl die Ernährung als auch die Bewaffnung während des Krieges nicht möglich gewesen. Svenja Leibers Roman gibt diesen Schicksalen eine Stimme.
Petra Rieche [März 2026]


aus dem amerikanischen Englisch von Hannes Meyer, erschienen bei Suhrkamp
erschienen im Piper Verlag
erschienen im Dumont Verlag
Eine bestrickende Idee steckt hinter dem Buchprojekt von Matthias Jügler „Wir dachten, wir könnten fliegen“: mittels einer Erzählung ein ausgestorbenes Tier wieder lebendig werden zu lassen und damit einen Beweis für die schöpferische Kraft von Literatur zu erbringen. Seine Intention war dabei auch, für die Natur zu sensibilisieren und auf Vergänglichkeit und Artensterben hinzuweisen. Für dieses Projekt versammelte Jügler nach eigenen Angaben von ihm verehrte Autorinnen und Autoren, 20 an der Zahl, deren Aufgabe es war, über ausgestorbene Tiere und Pflanzen zu schreiben.